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Erneut sollte die Öffentlichkeit mit einer
Veranstaltung, diesmal in Königshain, auf den geplanten
Raubbau an unserer Natur aufmerksam gemacht werden. Leider
war das Wetter an diesem Tage genauso trist wie die Zukunftsaussichten
der Anwohner von den in Planung befindlichen Abbaufeldern.
Für das geplante Kies/Sand-Abbaufeld in Königshain
läuft bereits das Planfeststellungsverfahren. Als Einwohner
der betroffenen Gemeinden hat man die Möglichkeit, ja
eigentlich sogar die Pflicht, Widerspruch zum laufenden Verfahren
einzulegen. Gründe dafür gibt es jedenfalls genug,
wie auch den auf der Veranstaltung verteilten Informationsblättern
zu entnehmen war. Von allen Rednern wurden die Einwohner noch
einmal nachdrücklich aufgefordert, eine Stellungnahme
mit Einwendungen und Widersprüchen gegen das Planfeststellungsverfahren
abzugeben. Denn: Wer jetzt schweigt, verspielt damit das Recht
später einmal gegen Mißstände zu klagen.
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Der inzwischen schon dritte
Sternmarsch fand am Reformationstag 2002 statt. Das
der Reformationstag ein Tag des Widerstandes ist, darauf
wies der Pfarrer aus Königshain-Wiederau hin. Um
zu verhindern, daß unsere Heimat später einmal
"die Region der drei Affen" genannt wird (nichts
sehen, nichts hören und nichts sagen) forderte
der Pfarrer alle auf, endlich den "alten deutschen
Untertanengeist" abzulegen. Nach seinen Worten
kann man es sich nicht so einfach machen und sagen:
"Da können wir nichts tun, die Großen
machen doch sowieso was sie wollen!". Wir brauchen
(und haben doch auch alle) Mut und Mumm um uns zu wehren,
denn auch die Erde und der Boden können sterben
- und das will schließlich keiner von uns.
60 Prozent seiner 100 Ha Nutzfläche, erläuterte
ein Landwirt aus Königshain, sollen ihm entzogen
und dem Bergbau zugeordnet werden. Was dies für
die Existenz seines mittelständigen Landwirtschaftsbetriebes
bedeutet kann sich wahrscheinlich jeder vorstellen.
Der Landwirt betonte noch eimal, das alle eine Verantwortung
gegenüber der Natur und der Heimat haben und sich
ein jeder dieser Verantwortung stellen muß.
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Um die Ausmaße des
geplanten Abbaus einmal ersichtlich zu machen hatte
man sich einiges einfallen lassen: Der Versuch den Bereich
des Abbaus mit einer Menschenkette zu umstellen war
aufgrund der unglaublichen Größe der Fläche
(250 Ha, davon 150 Ha reine Abbaufläche) schon
im vorhinein fallengelassen worden. Dafür hätte
man wahrscheinlich die Bevölkerung einer Großstadt
benötigt. Mit der Unterstützung des Schützenvereins
konnte man aber zumindest einen ungefähren Eindruck
vom geplanten Abbaubereich erhalten. So wurde mit Hilfe
von Leuchtraketen der Verlauf der geplanten Kiesgrube
verdeutlicht. Der Bürgermeister der Gemeinde Königshain-Wiederau
erläuterte, daß der geplante Abbau, direkt
an der Wohnbebauung entlang, einmal Dimensionen erreichen
soll, die es in Sachsen bisher noch gar nicht gibt.
Außerdem machten er und die anderen Redner auf
die Eingriffe in die Natur, die Vernichtung von Ackerland,
die Beeinflussung des Wasserhaushaltes, das zu erwartende
erhöhte Verkehrsaufkommen, also auf die massive
Beeinträchtigung der Wohn und Lebensqualität,
aufmerksam.
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Laut Planfeststellungsverfahren
wird eine Tagesproduktion von 2000 Tonnen (jährlich
ca. 600.000 Tonnen) angestrebt. In Ostdeutschland sind
aber noch weitere, zum Teil sogar größere
Abbaugebiete geplant. Diese liegen zwar zumeist in weniger
dicht besiedelten Gebieten, bedeuten aber natürlich
trotzdem einen massiven Eingriff in die Natur. Es scheint
so, daß ganz Ostdeutschland von Bergbauuntenehmen
besetzt ist ... welch ein Zufall ! Daß von deren
Seite auch auch schon mal mit gezielter Desinformation
gearbeitet wird, kann keinen mehr verwundern. So wird
unter anderem behauptet, eine Kiesgrube sei wesentlich
bürger- und umweltfreundlicher, als die Landwirtschaft
!? Bleibt noch die Frage nach dem Bedarf an Sand und
Kies in der heutigen Zeit. Bei bisher in Sachsen 80
bestehenden Sand- und Kiesgruben mit 18 Millionen Tonnen
(laut statistisches Landesamt Sachsen) jährlicher
Förderung und einer schwachen Baubranche kann man
eigentlich schwerlich von Bedarf sprechen.
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