Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder,
als ich vor einigen Jahren hier nach Claußnitz
zugezogen bin, da habe ich sofort auf Anhieb diese Gegend liebgewonnen.
Sie hat etwas einmaliges, etwas besonderes, wo man sofort merkt,
hier wohnt man gerne, hier lebt man gerne. Ich war natürlich
geschockt, wenige Jahre nach der Wende, als ich die Landkarte sah
und unsere Gegend aufgeteilt war in verschiedene Bergwerke. In Sichtweite
ein Tagebau an dem anderen und ich habe mich sofort bereiterklärt
hier mitzuarbeiten, daß es nicht dazu kommt. Die Menschen
haben es hier nicht verdient, und keiner hat es verdient und es
ist niemandem zuzumuten, daß hier einmal eine Mondlandschaft
entsteht. Wir haben aus diesem Grund sehr aktiv von Anfang an in
unserem Verein gearbeitet, mit allen Bürgern hier zusammen,
mit dem Oberbergamt und haben es erreicht, daß immerhin einige
Abbaugebiete von vornherein abgelehnt worden sind. Stellen Sie sich
vor, hinter der Claußnitzer Schule, Mittelschule, sollte zum
Königshainer Wald eine Sandgrube entstehen, auf Röllingshainer
Flur nach Garnsdorf rüber die nächste Sandgrube, nach
Wiederau rüberzu an der 107 rechts und links die nächsten
beiden Sandgruben. Mohsdorf, der Gesteinsabbau ist noch nicht ausgestanden.
Wir wissen nicht, was auf dem Butterberg in Wiederau geschieht.
Der Königshainer Wald ist immer noch als Bergwerk eingezeichnet.
Und heute stehen wir hier wegen einem massiven Eingriff in unserer
Natur, in unserem Lebensraum.. Das können wir uns nicht gefallen
lassen.
In den Jahren in denen ich hier mitgearbeitet habe,
haben wir kleine Erfolge gesehen, aber auch große Enttäuschungen
erlebt. Das kann ich einfach hier so sagen. Und es hat immer wieder
Leute gegeben, die gesagt haben: Es hat ja gar keinen Sinn, es hat
keinen Zweck, die sind ja viel zu stark. Wir können da überhaupt
nichts tun.
Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Kinder,
heute sind wir viel, aber überlegt nur, morgen werden wir vielleicht
nur mal ein kleiner Kreis sein und übermorgen wird es ein Einzelner
sein, der wegen seinem Grund und Boden eine Entscheidung zu fällen
hat. Ich frage mich deshalb, und ich frage euch auch, wo nehmen
wir auf Zukunft hin den Mut her, die Hoffnung auch noch anzutreten.
Es ist ganz einfach, ich sage es so: Wir nehmen den Mut und die
Hoffnung von daher, das wir sagen, wir sind auf einem guten Weg.
Und auf einem guten Weg hat man immer ein gutes Ziel und dieses
Gute werden wir auch erreichen. Wie denn sonst? Und ich denke da
wird unser Weg auch von Erfolg gekrönt sein. Wie der auszusehen
hat wissen wir nicht. Aber, wenn wir auf diesem Weg unsere Hoffnungen
fallen lassen, werden wir nichts erreichen. Und deshalb möchte
ich euch zurufen: Gebt eure Hoffnung nicht auf, auch auf Zukunft
hin. Das ist meine erste Forderung.
Meine zweite Forderung: Seid sehr aufmerksam dort
wo euch Menschen die Hoffnung nehmen. Seid sehr aufmerksam und seht
ganz genau hin. Das können Institutionen sein, das können
staatliche Behörden sein, das können Unternehmen sein,
die uns Angst machen, die mit Gesetzen kommen und die uns auch mit
Geld zum schweigen bringen. Und die nehmen uns am Ende unsere Hoffnung.
Und wir wissen das Gesetze auch, selbst in einem Rechtsstaat, Unrecht
bedeuten können und deshalb stehen wir ja auch hier und wir
können wenigstens froh sein, daß wir das an dieser Stelle
auch aussprechen können. Also seid sehr aufmerksam wenn euch
Menschen Hoffnungen nehmen wollen. Und wir haben es schon oft genug
erlebt.
Und meine dritte Forderung: Laßt euch um Himmelswillen
nicht auseinanderbringen oder gegeneinander ausspielen, das würde
unsere Kräfte nur schwächen. Und ich bin froh das wir
heute so viele zusammen sind und das soll auf Zukunft hin so bleiben.
Ich möchte daran erinnern, daß es immer
schon wieder Leute gegeben hat, die gegen einen Goliath angetreten
sind, also gegen eine Übermacht, gegen eine gewaltige Übermacht.
Und sie waren nur wenige, und sie waren vielleicht bloß Frauen,
und sie waren vielleicht bloß Leute, die überhaupt keine
Mittel hatten. Und sie haben trotzdem gewonnen, weil sie ihre Hoffnung
nicht aufgegeben haben. Und denkt vielleicht auch an den kleinen
Stein, der ins Wasser fällt und große Kreise zieht. Und
so denke ich auch, wenn wir für eine lebenswerte Umgebung und
Heimat eintreten und dabei den Mut nicht verlieren, dann wird das
große Kreise ziehen und wird immer zu einem guten Ziel uns
bringen.
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