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Als
normalspurige Nebenbahn für Personen- und Güterverkehr
(WbC-Linie) wurde die 27,5 Kilometer lange Strecke der Chemnitztalbahn
einen Tag später, am 01. Juli 1902, dem Verkehr übergeben.
Jeder der täglich in beide Richtung verkehrenden drei Züge
machte an allen neun Stationen halt. Von Rochlitz aus startete morgens
der erste Zug, am Abend wurde der letzte wieder nach Rochlitz zurückgeführt.
Für den Streckenabschnitt Wechselburg - Rochlitz fanden dabei
die Gleise der Muldentalbahn Verwendung.
Das eher bescheidene Zugangebot stieß auf breites Unverständnis.
Besonders enttäuscht zeigte man sich in Rochlitz. Hatten hier
doch alle auf eine bessere Anbindung ihrer Stadt an Chemnitz gehofft.
Zusätzliche Unzufriedenheit verursachten die langen Fahrzeiten
von fast zwei Stunden für die gerade einmal 27,5 Kilometer
Fahrtstrecke von Wechselburg nach Chemnitz. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit
von gerade einmal 16 km/h konnten zwar die Schönheiten der
Strecke bewundert werden, doch eilige Zeitgenossen witzelten schon
mal über den Chemnitztalexpress.
Mit dem Bau der Bahnverbindung Chemnitz - Wechselburg
wurde der Zenit in der Entwicklung des Chemnitztales erreicht. Insgesamt
22 Jahre lang hatten die Befürworter um die Verwirklichung
des Traumes von einer Eisenbahn im Chemnitztal gekämpft.
Mit einer gewaltigen Kraftanstrengung und einer gehörigen Portion
Ausdauer war das angestrebte Ziel erreicht worden, das industriell
aufstrebende Tal sowohl wirtschaftlich als auch für den Ausflugsverkehr
zu erschließen.
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