|
Waren
im außerordentlichen Staatshaushaltsetat von 1898/99 schon
5.334.500 Reichsmark genehmigt worden, reichte diese Summe letztendlich
doch nicht aus. Nachforderungen von 2.695.500 Reichsmark waren vonnöten
um den Bau zu ermöglichen. Mit diesen immensen Kosten ist die
Chemnitztalbahn eine der teuersten sächsischen Nebenbahnen.
Wäre das bereits vor Baubeginn bekannt gewesen, würden
die Bewohner des Chemnitztals sicherlich noch heute auf ihre Bahnstrecke
warten.
Anzumerken sei außerdem, daß die Etatüberschreitung
zu einem Eklat im sächsischen Landtag führte: Fünf
Staatsminister reichten ihr Rücktrittsgesuch bei König
Albert ein. Am Ende kostete es aber nur dem sächsischen Finanzminister
Werner von Watzdorf den Posten. Ihm wurde schließlich im Februar
1902 die Entlassung aus dem Staatsdienst bewilligt.
Die Ursache der hohen Kosten war hauptsächlich
auf die vorgefundenen Geländeschwierigkeiten zurückzuführen.
Neben der Höherlegung des Bahnkörpers zum Schutze vor
Hochwasser waren vor allem Dammbauten, Felssprengungen, Erdeinschnitte
und 19 Überbrückungen auf nur 20 Kilometern Länge,
sowie die 2 Tunnel durch massives Gestein die größten
Kostenfresser.
|