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Als
am 08. April 1872 die Bahnlinie Chemnitz - Leipzig eröffnet
wurde, hatte man das Chemnitztal mit seinen kleinen Orten rechts
liegen gelassen, nur mit Burgstädt, Cossen und Wittgensdorf
fanden sich in der Nähe Bahnhöfe. Die Erschließung
des Chemnitztals mit seinen Industrieanlagen war beim Bau zwar beachtet
worden, denn die Trasse führte über das nahe liegende
Burgstädt und nicht, wie ebenfalls in Betracht gezogen, über
Limbach. Trotzdem war diese Lösung für die aufstrebenden
Orte des Chemnitztales nicht gerade optimal. Nun befand sich also
parallel zum Tal, in geringer Entfernung, die Strecke von Chemnitz
nach Leipzig. Zu den Bahnhöfen auf dem Höhenzug benötigte
man teilweise nur eine gute halbe Stunde, was zu damaliger Zeit
nicht viel war. Das Problem, dabei mußte eine Steigung von
mehr als 100m überwunden werden. Also auch nicht der Weisheit
letzter Schluß. Die Besitzer der Fabriken und der Mühlen
im Chemnitztal machten sich daher für eine Parallelbahn stark.
Sie befürchteten sonst wirtschaftliche Nachteile, da bislang
die Waren auf schwer passierbaren Wegen zu den Bahnhöfen nach
Burgstädt oder Mittweida gebracht werden mußten. Das
war uneffektiv und teuer.
Schon bei der Einweihung der Chemnitztalstraße
von Göritzhain bis Furth am 27.07.1880 wurde der Wunsch nach
einer Bahnlinie durch das Chemnitztal zum Ausdruck gebracht und
man war entschlossen, eine parallele Strecke zur Verbindung Chemnitz
- Leipzig zu realisieren.
So wurde bereits zum Festumzug eine Attrappe der zukünftigen
Bahn mitgeführt. Außerdem eröffnete der Finanzminister
Könneritz, er hoffe das Tal nochmals mit Dampf durchfahren
zu können.
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